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Aufguss in der Sauna: was passiert und wie er abläuft

Beim Aufguss wird Wasser, oft mit einem Duftzusatz, auf die heißen Steine des Saunaofens gegossen. Das Wasser verdampft sofort, die Luft wird für kurze Zeit feuchter und die Hitze fühlt sich deutlich stärker an. In öffentlichen Saunen macht das meist ein Saunameister zu festen Zeiten, häufig einmal pro Stunde. Ein Aufguss dauert nach der Aufguss-Richtlinie sechs bis zehn, höchstens zwölf Minuten.

Was dabei passiert

Die Steine auf dem Ofen sind sehr heiß. Trifft Wasser darauf, verdampft es schlagartig. Der heiße Dampf steigt nach oben und verteilt sich in der Kabine. Weil die Luft jetzt mehr Feuchtigkeit enthält, kann der Schweiß auf der Haut schlechter verdunsten, und ein Teil des Dampfes schlägt sich auf der vergleichsweise kühlen Haut nieder. Beides lässt die Hitze intensiver wirken, obwohl der Ofen nicht stärker heizt.

Der Deutsche Sauna-Bund weist darauf hin, dass die Luft durch den Aufguss nur kurzzeitig angefeuchtet wird, weil die Lüftung ständig frische Luft nachführt. Wer ein Hygrometer in der Kabine hat, kann das gut beobachten: Die Anzeige steigt nach dem Aufguss an und fällt danach wieder.

So läuft ein Aufguss in der öffentlichen Sauna ab

Die Zeiten stehen meist auf einem Aufgussplan am Eingang oder neben der Kabine. Kurz vor Beginn füllt sich die Kabine. Der Saunameister sagt in der Regel, wie lange der Aufguss dauert und welcher Duft verwendet wird, und weist darauf hin, dass man die Kabine jederzeit verlassen kann. Diese Hinweise an die Gäste sieht auch die Aufguss-Richtlinie vor.

Dann gießt er das Wasser in mehreren Runden auf die Steine. Zwischen den Runden verteilt er die heiße Luft mit einem Handtuch, das er schwenkt oder kreisen lässt. Dieses Wedeln bewegt die feuchte Luft durch die ganze Kabine. Manche Saunameister fächeln jedem Gast einzeln Luft zu. Die Richtlinie nennt als Wassermenge 20 bis 30 Gramm pro Kubikmeter Raum und eine Temperatur von 90 °C unter der Decke.

Wie du dich beim Aufguss verhältst

Aufguss in der eigenen Sauna: die Grundlagen

Zu Hause bist du dein eigener Saunameister. Die Aufguss-Richtlinie gilt nur für Saunen, die nicht ausschließlich privat genutzt werden. Ihre Werte sind aber eine gute Orientierung. Rechne mit 20 bis 30 Gramm Wasser pro Kubikmeter Raum. Für eine Kabine mit 6 m³ wären das 120 bis 180 ml, also eher ein paar Kellen als ein ganzer Eimer.

Mit einem Thermometer und Hygrometer an der Wand siehst du, wie sich Temperatur und Luftfeuchte nach dem Aufguss ändern. So findest du mit der Zeit heraus, wie viel Wasser sich in deiner Kabine gut anfühlt.

Nach dem Aufguss

Nach dem Aufguss folgt wie nach jedem Saunagang die Abkühlung: erst an der frischen Luft, dann mit kaltem Wasser. Danach ruhst du dich aus und trinkst etwas. Was sonst in der Sauna üblich ist und welche Reihenfolge sich bewährt hat, erklärt der Ratgeber Sauna-Regeln und Sauna-Knigge.

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