Sauna-Temperatur und Luftfeuchtigkeit: die Werte im Überblick
Eine finnische Sauna hat meist 80 bis 100 °C, gemessen unter der Decke, bei sehr trockener Luft. Bio-Saunen sind mit etwa 45 bis 60 °C deutlich milder und feuchter. Im Dampfbad sind es nur 40 bis 50 °C, dafür ist die Luft fast vollständig mit Wasserdampf gesättigt. Wie heiß es sich anfühlt, hängt immer von beiden Werten zusammen ab: Temperatur und Luftfeuchte.
Die Saunaarten im Vergleich
Die folgenden Werte sind typische Bereiche. Jede Anlage stellt ihre Kabinen etwas anders ein.
| Saunaart | Temperatur | Relative Luftfeuchte |
|---|---|---|
| Finnische Sauna | ca. 80–100 °C unter der Decke | sehr trocken, auf Sitzhöhe der oberen Bank etwa 5–15 % |
| Bio-Sauna (Softsauna) | ca. 45–60 °C | ca. 40–55 % |
| Dampfbad | ca. 40–50 °C | nahe 100 % |
| Infrarotkabine | ca. 40–60 °C | etwa wie die Raumluft, kein Aufguss |
Finnische Sauna: heiß, aber trocken
Die finnische Sauna ist die klassische Sauna mit Holzbänken und einem Ofen voller Steine. Die Hitze verteilt sich dort nicht gleichmäßig. Der Deutsche Sauna-Bund nennt für eine finnische Sauna rund 100 °C an der Decke, etwa 70 °C auf Sitzhöhe der oberen Bank und etwa 40 °C über dem Fußboden. Auch die Luftfeuchte ändert sich mit der Höhe: unter der Decke 2 bis 5 %, auf Sitzhöhe der oberen Bank 5 bis 15 % und über dem Boden 20 bis 60 %.
Deshalb ist die Wahl der Bank so wichtig. Oben ist es am heißesten, unten am mildesten. Wer neu in der Sauna ist, setzt sich zuerst weiter unten hin. Dass die Luft so trocken ist, macht die hohe Temperatur überhaupt erst erträglich: Der Schweiß kann auf der Haut verdunsten.
Bio-Sauna, Dampfbad und Infrarotkabine
Die Bio-Sauna, oft auch Softsauna genannt, liegt zwischen Sauna und Dampfbad. Die Temperatur ist niedriger, die Luftfeuchte höher. Viele, denen die finnische Sauna zu heiß ist, fühlen sich hier wohler.
Im Dampfbad sitzt du meist auf gefliesten Bänken in dichtem Nebel. Die Temperatur ist niedrig, aber weil die Luft fast vollständig mit Wasserdampf gesättigt ist, kann der Schweiß kaum verdunsten. Die Hitze fühlt sich dadurch intensiver an, als die Zahl auf dem Thermometer vermuten lässt.
Die Infrarotkabine arbeitet anders. Strahler wärmen vor allem den Körper, die Luft in der Kabine bleibt vergleichsweise kühl. Einen Aufguss gibt es dort nicht, die Luftfeuchte entspricht in etwa der Raumluft.
Was die relative Luftfeuchte bedeutet
Die relative Luftfeuchte gibt an, wie viel Wasserdampf die Luft enthält, gemessen an dem, was sie bei dieser Temperatur höchstens aufnehmen kann. Heiße Luft kann sehr viel mehr Wasserdampf aufnehmen als kühle. Deshalb steckt in Luft mit 10 % relativer Feuchte bei 90 °C weit mehr Wasser als in Luft mit 10 % bei 20 °C. Für dein Gefühl in der Kabine zählt beides: Je feuchter die Luft, desto schlechter verdunstet der Schweiß und desto heißer wirkt dieselbe Temperatur.
Was der Aufguss mit den Werten macht
Beim Aufguss wird Wasser auf die heißen Steine gegossen. Es verdampft sofort, und für kurze Zeit steigt die Luftfeuchte in der Kabine. Weil die Lüftung ständig frische Luft nachführt, gleicht sich das laut Deutschem Sauna-Bund schnell wieder aus. In diesen Minuten fühlt sich die Hitze deutlich stärker an. Für öffentliche Saunen sieht die Aufguss-Richtlinie eine Raumtemperatur von 90 °C an der Decke vor. Wie ein Aufguss abläuft, erklärt der Ratgeber Aufguss in der Sauna.
So misst du in der eigenen Sauna
In einer Heimsauna zeigt dir ein Thermo-Hygrometer, wo du stehst. Es kombiniert ein Thermometer mit einer Anzeige für die relative Luftfeuchte. Zwei Beispiele aus unserem Sortiment sind das Thermometer und Hygrometer auf einem Holzbrett und das runde Sauna-Thermometer mit Hygrometer mit einer Skala von 10 bis 120 °C.
- Ort: Weil es oben so viel heißer ist als unten, hängt der Messwert davon ab, wo das Gerät hängt. Wähl einen festen Platz und vergleiche immer dort.
- Ofen: Lass genug Abstand zum Saunaofen und halte dich an die Montagehinweise des Ofenherstellers.
- Geduld: Lies erst ab, wenn die Sauna eine Weile aufgeheizt ist. Auch ein Thermometer braucht etwas Zeit, bis es die Temperatur der Umgebung angenommen hat.
- Nach dem Aufguss: Am Hygrometer siehst du, wie stark die Luftfeuchte steigt und wie schnell sie wieder fällt.
Welche Temperatur ist die richtige?
Eine Zahl, die für alle passt, gibt es nicht. Der Deutsche Sauna-Bund betont, dass das Saunabad kein exakt geregeltes Bad ist und du dich vor allem wohlfühlen sollst. Wer neu ist, beginnt auf einer unteren Bank oder in einer milderen Kabine. Wer Herz- oder Kreislaufprobleme hat oder unsicher ist, fragt vor dem ersten Saunabesuch seinen Arzt.
Neben der Temperatur zählt auch die Zeit. Wie lange ein Saunagang dauern sollte und wie viele Gänge sinnvoll sind, liest du unter Wie lange in die Sauna?.


